Runder Geburtstag: 20000. Gast-LFZ in Laage

Am 27. Januar 2020 fertigte Cross Servicing die 20000. Gastmaschine seit 1993 ab. Die zum Österreichischen Bundesheer gehörende C-130 „Hercules“ 8T-CB brachte in Vorbereitung auf die Kampagne im Mai eine Delegation zur Vorbesprechung/Platzbesichtigung. Der Kommandeur der Technischen Gruppe ließ es sich nicht nehmen, der Tagschicht von „Cross“ zu diesem Event zu gratulieren und das Ganze fotografisch festhalten zu lassen. Nach einem Aufenthalt von 60 Minuten wurde die „Herc“ angelassen und durch die Crew Ralf Glink und Oberfeldwebel Denis Schartner zum Heimflug freigegeben.

20000 Gast-LFZ in Laage: Das heißt, eine sehr große Typenvielfalt aus unterschiedlichsten Luftstreitkräften gaben sich im Laufe der knapp 30 Jahre die Ehre. Unter anderem besuchten uns C-130 aus Tunesien, Schweden, Marokko, Frankreich, Italien, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA.

Werbung / Advertising

Highlights im „Transporter-Geschäft“ waren C-5 „Galaxy“ und C-141 „Starlifter“ sowie C-9B „Skytrain“ im Rahmen der Kommandos von US-Navy, USAF, USAF Reserve und US Air National Guard.

Exoten wie die L-410UVP aus Litauen (ehemals NVA-Maschinen), Falcon 50 aus Frankreich, Fokker 27 aus Finnland, die futuristische Piaggio P-180 „Avanti“ mit Druckpropellerantrieb und festen Vorflügeln an der LFZ-Nase sowie eine brandneue Boeing KC-767 der italienischen Luftwaffe, CASA-295M der polnischen, finnischen und tschechischen Luftwaffe sorgten für Abwechslung.

Kunstflugteams, wie zum Beispiel die italienischen „Frecce Tricolori“ mit MB-339, die französische „Patrouille de France“ mit ALPHA-JET oder die „Midnight Hawks“ der finnischen Air Force mit Hawk Mk.51 nutzten Laage als Zwischenlandeplatz auf dem Weg zu ihren Auftritten.

Werbung / Advertising

Ein breites Spektrum an Kampfflugzeugen wurde ebenfalls abgefertigt, unter anderem

– Mirage F-1, Mirage 20000, Dassault „Super Etendart“ und „Rafale“ der französischen Luftwaffe,

– F-15 der USAF und verschiedener Air National Guards der USA,

– F-16 aus Belgien, den Niederlanden, Norwegen, Dänemark, Polen und der USAF, USAF Reserve und verschiedener Air National Guards der USA,

– F-18 der US-Navy, des US Marine Corps, der kanadischen, finnischen und Schweizer Luftwaffe.

Werbung / Advertising

– EUROFIGHTER der RAF (TYPHOON), der spanischen und italienischen Luftwaffe und der Taktischen Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“, 74 und 31 „Boelcke“ geben sich mehr oder weniger regelmäßig die Ehre.

– Funkelektronische Aufklärer/Störer wie die französische C-160G „Gabriel“, E-3C „Sentry“ der NATO, Saab S-100 „Argus“ aus Schweden oder die EA-6B „Prowler“ des US Marine Corps ließen die Herzen der Fan-Gemeinde höherschlagen.

Für mich persönlich die absoluten Highlights waren die F-14 „Tomcat“ zum Tag der offenen Tür am 4. Juli 1998 („Top-Gun-Feeling“ J) und die B-1B „Lancer“ zum Tag der offenen Tür am 25. August 2001.

Werbung / Advertising

Diese B-1B sorgte beim Einflug für ein gerütteltes Maß an Aufregung, da nicht bekannt war, dass der Flieger seine Tragflächen am Boden wegen der Schwerpunktlage nicht nach hinten schwenken darf und somit nicht klar war, ob zwischen Trafo-Haus und Baumgrenze genug Platz zum Rollen auf die B-Platte war. Mit zwei „Wing Walkern“ und Mut zur Lücke stand die B-1 dann doch fotogen neben der alten „Cross“-Behausung (Gebäude 210).

„Cross“-Behausung ist ein Stichwort: Jahrzehntelang war die Teileinheit (TE) Cross Servicing hier die „Zigeuner-TE“ der Wartungs- und Waffenstaffel (Wtg/WaStff) und durfte mehr oder weniger regelmäßig von einer Behausung zur nächsten ziehen:

Werbung / Advertising

– Gebäude 210 an der B-Platte (Wellasbest-Dachplatten, Regen lief durch die Deckenlampen auf den Fußboden im Büro- und Aufenthaltsraum, Salpeter-Ausblühungen an den Hallenwänden, kein fließendes Wasser, keine Toilette),

– WOC-Bunker (untere Etage, kein Tageslicht),

– Gebäude 210 (mal wieder),

– Container B-43 (ohne Bodendämmung – höchster Krankenstand in der Geschichte der TE),

– QRA-Bereich (schönste Zeit für „Cross“),

– Gebäude E-208 und

– Gebäude B-43 – endlich da angekommen, wo wir laut Gebäudenutzungsplan schon immer hingehört haben.

Wir haben uns inzwischen mit viel Eigeninitiative und Unterstützung des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Rostock (BwDLZ) ordentlich eingerichtet und werden von unseren Gästen oftmals etwas neidisch betrachtet.

Für die Abfertigung von Großraum-Transportflugzeugen wird Equipment (Palettentransportwagen, Belt- und Highloader, Gangways, Toiletten- und Frischwasserwagen, Anlassgeräte, etc.) benötigt, welches auf der militärischen Seite des Flugplatzes Laage nicht vorhanden ist. Dafür verfügen wir über Sachen, welche die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH (RLG, ziviler Flughafen) gut nutzen kann, ohne sie selbst anschaffen zu müssen. Hier hat sich im Laufe der Jahre eine super Zusammenarbeit zwischen der zivilen Seite (RLG) und „Cross“ entwickelt. Wir helfen uns gegenseitig mit Ground-Equipment und Man-Power wenn Bedarf besteht und pflegen einen sehr angenehmen, auftragsorientierten Umgang miteinander. Sicherlich hat auch der Wechsel des einen oder anderen Offiziers aus der Technischen Gruppe in die Führungsetage der zivilen Seite dazu beigetragen.

Ebenfalls unabdingbar sind die Kameraden von Annahme und Versand (A&V), welche, obwohl wir kein Luftumschlagzug sind, seit Jahrzehnten dafür sorgen, dass „Cross“ nur noch die äußeren Bedingungen für die Beladung der LFZ herstellen muss: Gepäck wiegen, Palletten packen, Shipers-Declaration erstellen, Herstellen der Luftsicherheit gemäß Gesetzeslage, Kennzeichnen von Gefahrgut gemäß gültiger Vorschriften erfolgt routinemäßig durch die Kameraden von A&V.

Immer wenn ein Transportproblem mit der Crew oder den Passagieren eines LFZ auftrat, konnte „Cross“ durch einen kurzen Anruf in der KFZ-Einsatzsteuerung dafür sorgen, dass ohne großes Theater der Abtransport zum Hotel oder Bahnhof geregelt werden konnte.

Ohne die oben aufgeführten und noch viel mehr nicht genannten Kameradinnen und Kameraden sowie zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre diese Leistung von 20000 abgefertigten Gast-LFZ nicht möglich gewesen. Cross Servicing bedankt sich recht herzlich und hofft auf die nächsten 20000 Gast-LFZ bei gleicher oder noch verbesserter Zusammenarbeit.

Stabsfeldwebel Dirk Kahle, Wtg/WaStff TaktLwG 73 „S“