Geschichte erleben, Geschichte schreiben

Das passt wohl am besten, wenn wir über uns, die „73er“, sprechen. Ja, wir haben Geschichte geschrieben und das ist nun 60 Jahre her und begann im Dezember 1959 in Oldenburg mit der in Dienststellung des Jagdgeschwaders 73 unter Führung von Oberst Fritz Schröter in dem zuerst das Jagdflugzeug F-86 SABRE Mk 6 geflogen wurde. Anfang 1961 kam dann die Verlegung des Geschwaders nach Pferdsfeld und mit der Umrüstung auf die Fiat G-91 sowie die Umbenennung ins Jagdbombergeschwader 42 und 1975 mit der Einführung der F-4F PHANTOM in Jagdbombergeschwader 35 (JaboG 35) und somit wurde es erstmal ruhig um das JG 73.

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Aber wie wir alle wissen ist unsere Geschichte etwas anders als bei allen anderen Geschwadern der Luftwaffe verlaufen, weil wir ein Beispiel der innerdeutschen Zusammenführung vollzogen haben und das mit einem „sehr gut“! Denn zur gleichen Zeit gab es auf der anderen Seite der inzwischen überwundenen Mauer das Jagdfliegergeschwader 3 „Wladimir Kamarow“ in Preschen von 1956 bis 1990 mit der MiG-21 und dann auch der MiG-29. Was dann kam wissen wir alle: Über Nacht war alles anders (Anm. d. R.: 9. November 1989), Verunsicherung auf beiden Seiten – ‚Wie soll es nun weitergehen, denn der Feind von einst wird nun zum Freund von morgen?‘ Am 3. Oktober 1990 wurde das Geschwader in Preschen in die Bundeswehr integriert und wurde somit ein Teil eines neuen anderen Deutschlands und unter dem Verbandsnamen Jagdgeschwader 3 geführt.

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Am 1. April 1991 wurde aus den beiden MiG-29-Staffeln das Erprobungsgeschwader MiG-29 gebildet aus dem am 1. Juni 1993 das Jagdgeschwader 73 erneut aufwuchs (Anteil MiG-29) und 1994 nach Laage verlegt wurde. 1997 verlegte schließlich das ehemalige JaboG 35 (Jetzt: JG 73 Anteil F-4F) von Pferdsfeld nach Laage und am 18. September 1997 bekamen wir durch den Bundesminister der Verteidigung Volker Rühe unseren Traditionsnamen „Steinhoff“ verliehen – und somit geht die Geschichte vom JG 73 „S“ weiter. Und wir waren gut, denn die Mischung aus MiG-29 und F-4F war weltweit gern gesehen. So waren wir selbst auf dem fernem Kontinent Amerika herzlich willkommen und gern in der Luft gesehen, da die Verwendung der MiG-29, die, wie wir wissen, aus der östlichen Region kam und sich solch eine Gelegenheit für die Amerikaner nicht oft geboten hat, herzlich willkommen. Auch das war ein Teil der Geschichte vom JG 73 „S“ und mit der Einführung des EUROFIGHTER am 30. April 2004 begann ein weiterer Abschnitt, der nun 15 Jahre zurückliegt!

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WIR waren die Ersten die das neuste Waffensystem hatten. WIR haben alle „Krankheiten“ unserer neuen Maschinen erlebt und durchlebt, haben Probleme aufgezeigt und Probleme gelöst und WIR sind zu dem gewachsen was WIR heute sind – in meinen Augen ein Vorzeige-Geschwader, was zu großen Teilen daran liegt, dass wir alle in eine Richtung ziehen, dass WIR ein „geht nicht“, nicht akzeptieren und immer nach einer Lösung suchen und das zeichnet UNS aus!

Viele Kommodore hat der Verband kommen und gehen gesehen und viele werden wir noch sehen aber jeder von Ihnen behauptet „Ich war stolz ein „Steinhoff“ zu sein“. Wenn ich von diesen Vorgesetzten Leitsprüche vor der Truppe höre, wie „Wo wir sind ist vorne“ oder „Laage führt voran“, dann sagt mir das, dass wir auf dem richtigen Weg sind!

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Ich für mich habe alles richtig gemacht denn, wenn ich auf meine 17 Jahre zurückblicke und feststelle, dass ich mit der Versetzung aus Ummendorf im April 2004 pünktlich mit der Einführung des EUROFIGHTER nach Laage kam und somit diesen „meinen Vogel“ von der ersten Stunde begleiten durfte, muss ich voller Stolz sagen: WIR sind Laage, WIR sind das JG 73 „S“ und WIR sind nun das Taktische Luftwaffen Geschwader 73 „Steinhoff“ und WIR haben nun

– 60 Jahre Jagdgeschwader 73 seit der ersten Gründung,

– 25 Jahre Jagdgeschwader 73 in Laage,

– 15 Jahre EUROFIGHTER

Geschichte geschrieben!

Hauptfeldwebel Thomas Köplin

Inst/EloStff TaktLwG 73 „S“