Familienbetreuungszentrum Schwerin zu Gast

Die Familien der im Einsatz befindlichen Bundeswehrangehörigen müssen mitunter große Anstrengungen unternehmen, um sich den Herausforderungen und zusätzlichen Belastungen im Alltag stellen zu können. Dafür hat die Bundeswehr bereits im Jahr 1993 eine Familienbetreuungsorganisation implementiert. Das Leit-Familienbetreuungszentrum (Leit-FBZ) untersteht dem Einsatzführungskommando (EinsFüKdo) in Potsdam und diesem wiederum weitere aktuell 31 Familienbetreuungszentren (FBZ) mit bis zu 50 Familienbetreungsstellen (FBSt) im Bundesgebiet und im Ausland. Ziel ist, die Verbindung zwischen den im Einsatz befindlichen Bundeswehrangehörigen und ihren Familien sicherzustellen, Kommunikation zu ermöglichen und den Familien in bestimmten Situationen behilflich zu sein.

Die Ansprechstellen stehen vor, während und nach einem Einsatz den betroffenen Familien beratend, betreuend und informierend zur Verfügung. Selbst im Rahmen der Versetzung eines Bundeswehr-Angehörigen sind die Ansprechpartner behilflich, für die bevorstehenden Amtswege am neuen Dienstort den Familien alle Informationen, zum Beispiel für eine Kinderbetreuung, zusammenzustellen.

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Die FBZ insgesamt sind Teil des „Netzwerkes der Hilfe“. Mit der Militärseelsorge, dem Sozialdienst und Psychologischen Dienst der Bundeswehr werden sprichwörtlich rund um die Uhr Kontakte zu Ämtern, Behörden, Verbänden und Vereinen zusammengetragen.

Im Rahmen von Informationsveranstaltungen wird der Dialog – und speziell der Austausch von Erfahrungen – zwischen den Familien gefördert. Am 7. April 2019 fand eine dieser Veranstaltungen auf dem Fliegerhorst Laage statt. Vom Landeskommando Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin reisten die Verantwortlichen für das dort ansässige FBZ, Oberstabsfeldwebel Marcus Habeck, Stabsbootsmann Robert Byczynski und Oberstabsgefreiter Marco Jaeger, mit nahezu 30 Teilnehmern an. Oberstleutnant Matthias Ackermann übermittelte die Grüße vom sich im Einsatz befindenden Kommodore Oberst Gero von Fritschen und stellte den Fliegerhorst und das Geschwader „Steinhoff“ den Gästen vor. Das FBZ informierte alle Anwesenden über die aktuellen Einsatzgebiete, die Lage vor Ort und die Möglichkeiten des FBZ als Ansprechstelle.

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An diesem Sonntag erwartete die Familien ein fantastisches Programm. Bei traumhaftem Wetter fuhr eine Hälfte in den ALPHA-Bereich, um vom Fluglehrer Oberstleutnant Frank Simon und dem Wart Hauptfeldwebel Christian Kutzner die Möglichkeiten und Wirkungen der Bewaffnung des vorbereiteten EUROFIGHTER erklärt zu bekommen. Der andere Teil durfte direkt ins Cockpit, um eine Runde zu fliegen – natürlich im Simulator. – Vielen Dank an dieser Stelle an Armin Pfeiffer aus dem ASTA/ATZ für die Unterstützung und an Stabsfeldwebel Christian Schade, der vor Ort die Rettungssysteme für den Piloten erklärte. Nach der Hälfte der Zeit wurde getauscht und ein Erinnerungsfoto gefertigt.

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Die Meinungen über die teilweise neuen Informationen gingen durchaus auseinander. „Ich bin mir nicht sicher, ob das hier der richtige Ort ist“ war eine Äußerung, oder: „Das ist doch wohl nur Show?“, war sich jemand unsicher. – Wohl nicht, denn die Ausführungen aus erster Pilotenhand waren glaubwürdig und nicht „geschönt“. Hier müssen die Außenstehenden, also wir, auch verstehen, dass die Entfernung zur Tochter oder zum Sohn mehrere Tausend Kilometer beträgt und die Ungewissheit über deren Wohlergehen besonders an einem solchen friedvollen Sonntag mitschwingt, auch wieder in Erinnerung gerufen wird. Die meisten zeigten sich zufrieden und konnten oder wollten kein Ende finden. „Das haben Sie ganz toll gemacht“, lobten zwei Mütter die Uniformträger aus Schwerin und Laage.

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Vielen Dank nach Schwerin für die – wie immer – vertrauensvolle wie zuverlässige Vorbereitung. Vielen Dank auch an die Technische und Fliegende Gruppe für die gewährte Unterstützung vor Ort – danke Team „Steinhoff“.

Hauptmann Erik Pflanz Stab TaktLwG 73 „S“