Ein Jahr Waffenschule Luftwaffe – eine Zwischenbilanz

IntVbdAbz WaSLw

„Fight. Lead. Instruct.“ – Kämpfen. Führen. Lehren.

Das neue Motto der Waffenschule Luftwaffe (WaSLw) unterstreicht den hohen Anspruch an das Lehrpersonal und an die Lehrgangsteilnehmer. Jedoch hat die geänderte Maxime nichts am Hauptauftrag der WaSLw geändert, Schlüsselpersonal verbundener Luftkriegsoperationen zu Waffenlehrern auszubilden. Um für zukünftige Herausforderungen gewappnet zu sein, leistet die Waffenschule Luftwaffe einen entscheidenden Beitrag für die stetige Weiterentwicklung der Luftwaffe durch die Generierung von Luftkriegsexperten und Harmonisierung von operationellen Verfahren verschiedenster Waffensysteme. Eine Hochwertausbildung für die Besten.

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So weit so bekannt. Doch wie ist die gegenwärtige Lage ein Jahr nach der feierlichen Indienststellung der WaSLw am 1. September 2019 durch den Inspekteur der Luftwaffe?

Nach bislang vier durchgeführten Waffenlehrer-Lehrgängen in Deutschland – unter maßgeblicher Federführung des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ – wird der „Weapons Instructor Course 02/21“ (WIC 02/21) erstmals durch die Waffenschule der Luftwaffe als eigenständige Dienststelle durchgeführt.

Neben der Beteiligung von EUROFIGHTER- und TORNADO-Besatzungen sowie von Offizieren des militärischen Nachrichtenwesens und des Einsatzführungsdienstes, wird im Rahmen des WIC 02/21 erstmalig fliegendes Personal Airbus A400M vom Lufttransportgeschwader 62 als eigener Fähigkeitsbereich ausgebildet. Ein weiteres Novum stellt die phasenweise Integration des Waffensystems PATRIOT des Flugabwehrraketengeschwader 1 in den Waffenlehrerlehrgang dar. Sowohl in der Simulator-Welt des „Aircrew Synthetic Training Aids“ (ASTA) als auch live, während der Übung BALTIC HUNTER, werden die Lehrgangsteilnehmer gemeinsam mit den Operateuren der bodengebundenen Luftverteidigung üben und den Gedanken der operativen Integration der Luftwaffe weiter vorantreiben. Wie gehabt werden „Joint Terminal Attack Controller“-Teams (JTAC), sowohl vom Heer als auch von der Luftwaffe, die Luft-Boden-Missionen unterstützen.

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Wie auch in den Jahren zuvor richtet sich die Planung des WIC 02/21 weiterhin auf verschiedene hochwertige Übungsszenarien aus. Dazu zählt unter anderem eine Live-Abwurf-Kampagne mit GBU-48-Präzisionsbomben und eine Live-Verschuss-Kampagne mit IRIS-T-Lenkflugkörpern im schwedischen Vidsel.

Aber auch die Durchführungsplanung der Übung BALTIC HUNTER in Laage hat Fahrt aufgenommen. 2021 werden alle Jet-Verbände der Luftwaffe im Rahmen der Übung gemeinsam trainieren.

Zudem befinden sich bereits jetzt alle Phasen der theoretischen Waffenlehrerausbildung am Standort sowie die darauffolgenden Abschnitte mit Simulator-Anteilen und fliegenden Missionen in der intensiven Bearbeitung.

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Die Führung der Schule arbeitet fortwährend und unermüdlich daran, sämtliche Vorbereitungen und Absprachen sowohl mit den nationalen als auch internationalen Dienststellen und zivilen Unterstützungsleistern zu treffen, um die Vorhabenplanung im Rahmen des WIC 02/21 für das nächste Jahr festzumachen. Dies erfordert, insbesondere zu Corona-Zeiten, einen enormen Organisationsaufwand, da zum Beispiel Meetings und Dienstreisen – etwa zu NATO-Verbündeten ins Ausland aber auch innerhalb Deutschlands – gegenwärtig nur unter erschwerten Bedingungen möglich sind. Anders als bisher wird die Abschlussübung des WIC 02/21 nicht in Großbritannien stattfinden.

Den „scharfen Schuss“ üben die EUROFIGHTER-Piloten des „WIC“ unter anderem auch im schwedischen militärischen Übungsgebiet nahe Vidsel.

Die langjährige Partnerschaft mit der Waffenschule der „Koninklijke Luchtmacht“ der niederländischen Luftwaffe wird daher weiter intensiviert. So wird in 2021 die Abschlussübung dieses Mal im niederländischen Leeuwarden stattfinden.
Im ersten Jahr nach der Indienststellung ist es, neben der Planung für den WIC 02/21, auch eine der Prioritäten, die Organisationsstruktur der WaSLw mit Personal zu befüllen. Entstammt der Umfang des Stammpersonals der Waffenschule der Luftwaffe zum überwiegenden Teil aus dem Geschwader „Steinhoff“, sind seit der zweiten Jahreshälfte 2020 weitere geöffnete Dienstposten nunmehr auch mit Soldaten und Soldatinnen aus anderen Einheiten besetzt. Somit verfügt die Schule jetzt über einen Personaloffizier, der auch Presseaufgaben wahrnimmt, einen weiteren flug- und waffenlehrberechtigten Stabsoffizier EUROFIGHTER, einen Einsatzführungsstabsoffizier sowie über eine zuversetzte Soldatin für den Bereich des Militärischen Nachrichtenwesens. Auch künftig wird weiteres qualifiziertes Personal benötigt.

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Es bleibt also insgesamt viel Arbeit für die Waffenschule, damit der WIC 02/21 für alle Beteiligten auf dem angestrebten höchsten Niveau ein voller Erfolg wird. Darüber hinaus liegt dem Kommandeur der Waffenschule Luftwaffe, Oberstleutnant Dirk „Willi“ Pingel, ein Punkt auch weiterhin besonders am Herzen.

Die Waffenschule Luftwaffe stützt sich als Ausbildungsstätte auf die Zuarbeit und Unterstützung des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ und muss vereinbarungsgemäß auf die Ressourcen der Dienststelle sowie die Infrastruktur am Standort zugreifen. Nicht zuletzt darum sind alle Soldaten und Soldatinnen der Schule sehr an einer fortwährenden Optimierung und Vertiefung der bereits ausgezeichneten Zusammenarbeit mit den Kameraden und Kameradinnen des Verbandes auf allen Ebenen interessiert und danach bestrebt.

Und so bringt es der Kommandeur erneut auf den Punkt: „Wie die letzten Jahre steht der WIC im Fokus der Luftwaffenführung und der internationalen Partner. Ein erfolgreicher Lehrgang ist immer für die Außenstehenden und vor allem für mich nicht allein der Verdienst der Waffenschule, sondern eben des Teams vor Ort. Nur gemeinsam werden wir dieses Leuchtturmprojekt zum Erfolg bringen. Ich zähle auf das Team „Steinhoff“.“

Hauptmann, René Gutjahr, WASLw