Mission: Kommadoflugbertrieb in Decimomannu, Italien vom 12.-27. Juni 2014

1. Verlegung von 20 EUROFIGHTER nach Sardinien

2. Höchstmögliche Sortie-Anzahl im Ausbildungsflugbetrieb

3. Café Treppe

Verlegung von 21 EUROFIGHTER nach Sardinien

12. Juni 2014. Alle sind bereit für die langerwartete und einzige diesjährige Geschwaderverlegung. Nur die Maschinen bleiben stehen. Kurzfristige technische Einschränkungen und das unbeständige Wetter sorgen für Ground-Aborts und Verzögerungen.

Endlich vollzählig in Italien angekommen folgt das In-Briefing. Der Leiter des deutschen Gefechtsstandes erzählt etwas von Kopfbedeckung, Geschwindigkeitskontrollen und Badekappen. Das erzählt er zwar jedes Jahr, aber dieses Mal meint er es ernst.

Alle im Raum befindlichen Piloten fragen sich, ob sie sich gerade verhört haben oder ob sie aus Versehen auf dem falschen Stützpunkt gelandet sind. Tatsächlich hat sich aber seit dem letzten Besuch des Geschwaders einiges auf dem italienischen Stützpunkt geändert.

Erleichtert stellen wir fest: Pilotenküche, Propellerbar und Base-Pizzeria sind nicht betroffen. Soweit so gut. Freitag direkt eine Runde fliegen, danach erst mal Wochenende und akklimatisieren. Ach übrigens, die Klimaanlage im Pilotenblock funktioniert nicht. Wird aber bis Montag repariert! Is klar…

2. Höchstmögliche Sortie-Anzahl im Ausbildungsflugbetrieb

Nach den anfangs üblichen Schwierigkeiten bei der Aufnahme des Kommandoflugbetriebs, gehen die Crews schnell in ihren gewohnten "Deci"-Modus über: Eat-Sleep-Fly-Repeat.

Beim Frühstück in der Pilotenküche werden zunächst die neusten Tipps und Tricks im Kampf gegen die tropischen Nächte ausgetauscht.

Von ausgefeilten Lüftungstechniken, über "nachts die Matratze auf den Balkon zerren" und mehrmals kalt duschen, bis "eiskalte Getränkedosen um die Waden wickeln" ist alles dabei…

Während die Crews mit Flugvorbereitung und Briefing beschäftigt sind, werden die Maschinen von der Technik für die täglichen drei Runden klar gemacht. Trotz vorausgegangener VTAs und anderen Einschränkungen laufen die Maschinen. Bis auf wenige Ausfälle läuft der Ausbildungsbetrieb reibungslos.

Die Wartung geht personell auf dem Zahnfleisch und die pralle Sonne auf der Ramp tut ihr übriges. Die wenigsten Kommandoteilnehmer würden
ihren Arbeitsplatz mit den Crews auf der Platte freiwillig tauschen. Trotzdem lassen es sich die Männer und Frauen der Wartung nicht nehmen, die Ramp mit einer riesigen Soundanlage zu beschallen. Das wiederum führt dazu, dass die Besatzungen alle scharf auf die Maschinen am nördlichen Ende der Platte sind. Denn Jet fliegen an sich ist ja schon geil, aber Jet fliegen mit House-Musik ist noch viel geiler…

Zum Fliegen sind die Bedingungen in "Deci" fast immer gut. Top Wetter, der Mix aus Learjets, A-4s, italienischen und deutschen EUROFIGHTER sowie gemeinsame Debriefings mit den eigenen Jägerleitoffizieren ermöglichen effektives und hochwertiges Training.

Die Lufträume liegen größtenteils über See, deswegen gibt es nur wenige Einschränkungen für Flugmanöver und der Jet kann am Limit geflogen werden. Auch der eine oder andere Geschwaderangehörige kann im GFD-Learjet mitfliegen, um zu erfahren, was die Piloten da oben so treiben.

Zurück in der Platzrunde geben die "Kutscher" nochmal alles, um ihren Wartungscrews Respekt zu erweisen.

Nach der Landung geht es schnellstmöglich zurück in das Staffelgebäude. Erst mal müssen mehrere Liter Wasser nachgefüllt werden, da wir klitschnass aus den Maschinen steigen.

Dann schnellstmöglich Flug- und Waffenparameter auswerten für das Debriefing der Flight. Im Anschluss noch Flugvorbereitung für den nächsten Tag.

3. Café Treppe

Neben der Arbeit kommt auch das Feiern nicht zu kurz. Egal ob beim "Welcome Bier", Kommandofest oder gemeinsamen Public Viewing, Gelegenheiten gibt es genug.

Der Geburtstag des Fliegerarztes sorgt ebenfalls für Aufsehen. Auf dem Fliegerhorst wird immer wieder Superhelden-Doktor gesichtet. Er hilft wo er kann oder "muss" in der Küche, auf der Flight, Kaffeeshop und im Jet.

Spätestens nach dem italienischen Stromausfall-Sabotageversuch bei der WM-Übertragung im Deutschen Haus steht das "Steinhoff-Team", denn ein gemeinsamer "Feind" schweißt ja bekanntlich die Truppe zusammen. Nach zwei Wochen kann man sagen: Viele Gesichter haben
jetzt einen Namen, viele Namen haben jetzt ein Gesicht.

By the way, die Italiener hielten Wort. Die Klimaanlage wurde tatsächlich repariert. Am Freitag der Rückverlegung…

Zurück in Laage sind die Nachwirkungen des gemeinsamen Kommandos noch deutlich zu spüren. So wie nach einer guten Party: Der Kater lässt nach, die guten Erinnerungen bleiben….

Mission accomplished, Objectives met!

Hptm Alexander Kubitza und OLt Phillip Schelchshorn

2./FlgStff TaktLwG 73 "S
Kommentare

Benötigt

Benötigt