Die Bundeswehr als „Partner mit Herz“

Für uns Soldaten spielt der Erhalt von Gesundheit und Wohlbefinden zur Ausübung unserer täglichen Arbeit eine wichtige Rolle. Doch über die eigene Herzgesundheit weiß kaum jemand etwas. Dabei ist das Herz der Motor des menschlichen Körpers. Wenn das Herz Probleme macht, bringt das den ganzen Organismus durcheinander. Das kann schlimme Folgen haben. Doch wie alt ist mein Herz und was kann ich tun, um es lange fit zu halten? Diese und weitere Fragen habe ich Lars-Hendrik Wassenaar (LHW), Geschäftsführer der Assmann-Stiftung für Prävention, gestellt.

Herr Wassenaar, was ist die Assmann-Stiftung für Prävention und was genau macht sie?

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LHW: Als gemeinnützige Stiftung verfolgt die Assmann-Stiftung für Prävention (www.assmann-stiftung.de) mit ihrer Arbeit das Ziel, durch Forschung und Information Leben zu retten und insbesondere präventivmedizinische Informationen zum Thema Herzgesundheit in den Alltag der Menschen zu bringen.

Das klingt abstrakt. Was heißt das praktisch?

LHW: Praktisch setzen wir das zum Beispiel in unserer Initiative „Deutschland bestimmt das Herzalter!“ um. Unsere Vision ist es, dass alle Erwachsenen in Deutschland ihr Herzalter kennen und damit für einen herzgesunden Lebensstil sensibilisiert werden.

Und was hat die Bundeswehr und unser Geschwader damit zu tun?

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LHW: Als „Partner mit Herz“ trägt unter anderem die Bundeswehr wesentlich dazu bei, unsere Vision in die Realität umzusetzen. Hier in Laage haben wir die Möglichkeit bekommen, die Initiative gezielt bei Soldatinnen und Soldaten bekannt zu machen. Wir möchten dazu beitragen, dass das Thema „Herzgesundheit“ hier im Geschwader, aber auch in der gesamten Bundeswehr mehr Beachtung findet.

Wie funktioniert die Initiative? Und wie genau bestimme ich jetzt mein Herzalter?

LHW: Auf www.herzalter-bestimmen.de kann jeder Erwachsene zwischen 20 und 75 Jahren ohne Vorerkrankungen des Herzens oder der Gefäße kostenlos und anonym in 90 Sekunden sein Herzalter ermitteln. Der Herzalter-Test basiert auf der PROCAM-Studie, einer der weltweit größten Beobachtungsstudien mit Schwerpunkt Herz- und Gefäßerkrankungen.

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Ok, ich bin nun auf der Website der Initiative www.herzalter-bestimmen.de. Aber was ist das überhaupt, das Herzalter?

LHW: Das biologische Alter einzelner Organe, zum Beispiel des Herzens, und das tatsächliche Alter eines Menschen können mitunter stark voneinander abweichen. Wird das biologische Alter auf das Herz bezogen, so bezeichnet man dieses als Herzalter. Neben der erblichen Veranlagung wird der Alterungsprozess des Herzens auch von verschiedenen kardiovaskulären Risikofaktoren, wie zum Beispiel Blutdruck, Blutfettwerte, Diabetes mellitus Typ 2 oder Rauchen beeinflusst. Diese Parameter werden im Herzalter-Test abgefragt. Im Allgemeinen gilt: Je ungesünder der Lebensstil, desto schneller altert das Herz und umso größer ist die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden.

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Jetzt habe ich mein Herzalter bestimmt. Was mich gewundert hat: Ich wurde weder nach meiner Ernährung noch nach meinem Bewegungspensum gefragt. Hat das keinen Einfluss auf mein Herzalter?

LHW: Doch! Allerdings wirkt sich der Lebensstil eines Menschen, also unter anderem Ernährung und Bewegung, gewissermaßen indirekt auf das Herzalter aus. Ein Beispiel: Ernährt sich eine Person dauerhaft ungesund und einseitig, führt dies mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem übermäßigen Gewicht, Bluthochdruck und/oder ungünstigen Blutfettwerten. Die Verschlechterung der Blutfettwerte in unserem Beispiel hat dann negative Auswirkungen auf die Herzgesundheit.

Achso! Deshalb die Abfrage des LDL-Cholesterins und des Blutdrucks!

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LHW: Genau. Eine Abfrage der Risikofaktoren ist besser, weil sie keinen Schwankungen durch eine mögliche Fehleinschätzung der eigenen Ernährungs- und Sportgewohnheiten unterliegt.

Warum soll ich im Test meine Postleitzahl angeben, ist meine Herzgesundheit auch abhängig von meinem Wohnort?

LHW: Haha, nein! Natürlich nicht. Der Herzalter-Test ist anonym und die Angabe der Postleitzahl erfolgt freiwillig. Dadurch können wir keine Angaben auf die Person zurückführen. Wir nutzen die Angabe der Postleitzahl, um alle Testergebnisse auf einer deutschlandweiten Herzkarte darzustellen. Anhand dieser „Herzkarte“ wird visualisiert, wie hoch das Herzalter der Teilnehmer an verschiedenen Orten in Deutschland ist. Die Herzkarte steht online auf unserer Website.

Und wenn man sein Herzalter ermittelt hat, was macht man dann damit? Gibt es Tipps, wie man sein Herzalter zum Beispiel verbessern kann?

LHW: Ja klar. In unserem kostenlosen Online-Magazin, dem „Herzhelfer“, werden aktuell alle Fragen rund um das Thema „Herzgesund essen“ beantwortet. Was können pflanzliche Lebensmittel wirklich, ist Fett gleich Fett und wie (un-) gesund sind Fleisch und Co. für’s Herz? Der Herzhelfer erscheint monatlich. Wer ihn abonniert hat, erhält dann jeden Monat eine Mail, sobald der neue Herzhelfer online ist. Die bereits erschienenen Beiträge können ebenfalls kostenlos heruntergeladen werden. Ab Herbst 2020 dreht sich dann ein Jahr lang in 12 Ausgaben alles um „Herzgesund bewegen“.

Wer außerdem up-to-date bleiben möchte, liest am besten jede Woche den Blog www.herzalter-bestimmen.de/blog der Initiative. Hier finden Leser Neuigkeiten der Initiative, es gibt Tipps für einen herzgesunden Lifestyle und wir klären Mythen aus den Bereichen Sport und Ernährung auf.

Herr Wassenaar, herzlichen Dank für das Gespräch und den doch eher untypischen Exkurs für den KRANICH!

LHW: Sehr gern! Vielen Dank!

Oberleutnant Hannes Felber, Stab TGrp TaktLwG 73 „S“