Berlin direkt

– Zum Gesprächstermin mit Eckhardt Rehberg

Am 18. März 2019 nutzten etwas mehr als ein Dutzend Geschwaderangehörige die Möglichkeit zum Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises unserer Garnisonsstadt, MdB Eckhardt Rehberg (CDU). Verbunden mit der Gesprächsrunde beim Abgeordneten des flächenmäßig größten Wahlkreises Deutschlands war selbstverständlich die Besichtigung des Bundestages und ein anschließender Besuch des Bundeskanzleramtes.

Zunächst ging es in den Plenarsaal, in welchem an diesem Tag leider keine Lesung oder Abstimmung stattfand. Schon die geführte Tour hierher brachte direkt eine Überraschung mit sich. Während alle Teilnehmenden der politischen Bildung auf den Besuchertribünen des Plenarsaals den Worten der Besuchergruppenbegleiterin lauschten, sah man durch die Verglasung in der Decke hastig ausgerollte Banner und Transparente auf der Kuppel des Bundestages im Rahmen einer unangemeldeten Demonstration. Gemächlich, aber durchsetzungsfähig, wurde diese noch im Verlauf des Vortrags aufgelöst. Die Frage, inwiefern dieser Aufwand für die Interessen der Demonstranten in einem leeren Plenum sinnvoll ist, blieb ungeklärt.

Werbung / Advertising

Im Anschluss traf sich die Abordnung mit Herrn MdB Rehberg in einem der Konferenzsäle des Bundestages. Der Abgeordnete sprach zunächst einige zum Zeitpunkt des Besuchs aktuellen Themen an, zum Beispiel ging er auf die Initiative „Fridays for Future“ ein. Gleichzeitig betonte er die Wichtigkeit des Standorts Laage, lobpreiste die getätigten und kommenden Investitionen und sagte im Rahmen seiner Tätigkeit als ordentliches Mitglied des Haushaltsausschusses und als Haushaltspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, dass jenes erklärte NATO-Ziel von 2014 zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben in Richtung zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2024 herausfordernd wird.

Werbung / Advertising

Gerade in der mit wenig zeitlichen Ressourcen ausgestatteten Sitzungswoche eines Bundestagsabgeordneten zeigte dieser Gesprächstermin, dass es MdB Rehberg eine Herzensangelegenheit ist, nicht nur Angehörige seines Wahlkreises, sondern auch Repräsentantinnen und Repräsentanten der Bundeswehr zu empfangen und zu sprechen. Für diese Möglichkeit sprechen die Teilnehmenden gerne ihren Dank aus!

Im Anschluss an das Gespräch war der Besuch der Kuppel möglich und gab den Blick von oben auf Berlin-Mitte frei. Von der vorangegangenen Demonstration war schon zu diesem Zeitpunkt nichts mehr zu merken oder zu sehen.

Anschließend verlegte die Gruppe vom Reichstagsgebäude zum Bundeskanzleramt. Entlang der Wiese vor dem Parlamentsgebäude ging es zunächst vorbei am Paul-Löbe-Abgeordnetenhaus. Gerade in der Sitzungswoche war zu erkennen, dass hier die Kapazität des Gebäudes mit all seinen Büros und Sitzungssälen der Ausschüsse gut ausgelastet war. Kurz darauf passierten wir die Schweizer Botschaft – das einzige Land der Welt, das aufgrund des nach dem Ersten Weltkrieg erworbenen und nie abgegebenen Besitzes seine offizielle Vertretung direkt in diesem exklusiven Regierungsviertel aufstellte. Angekommen am Bundeskanzleramt warteten wir zunächst im Foyer und hatten das Glück, die Bundeskanzlerin beim Verlassen ihres Amtssitzes kurz sehen zu können. Anschließend ging es zum Gespräch mit Herrn Matthias Lüttenberg, welcher die Arbeitsweise im Haus der Bundeskanzlerin verständlich aufzeigte und darlegte. Zugleich erwähnte er, dass auch diese Oberste Regierungsbehörde aktuell im Aufwuchs begriffen ist und neue Büroräume geschaffen werden müssen, um die gesamte Kapazität der zentralen Regierungsarbeit auch infrastrukturell besser bündeln zu können. Planung und Bau des neuen Bürokomplexes auf der anderen Seite des Spreeufers im jetzigen Kanzlerpark sollen 2028 abgeschlossen sein. Für Soldatinnen und Soldaten sollte es eine entsprechend beruhigende Wirkung haben, wenn auch auf höchster Regierungsebene mit langen Zeiträumen gerechnet wird, um die Schaffung von Büroräumen zu implementieren.

Werbung / Advertising

Insgesamt war dieser Tagesausflug lehrreich und erfüllte sein Ziel zur politischen Bildung vollumfänglich. Optimierungsbedarf gab es höchstens in der Quantität an Teilnehmenden. So ist es doch schade, wenn ein auf 30 Soldatinnen und Soldaten ausgelegter Tagesausflug nur zu 50 Prozent ausgelastet ist. Selbst die Fahrer wurden hierbei schon mitgezählt. Politische Bildung ist eine tragende Säule in der Bundeswehr, die gerade von den individuellen Erfahrungen lebt und geprägt wird. Als Basis dieser Säule sollte jeder den eigenen Anspruch haben, sich aktiv daran beteiligen zu wollen und zu können.

Oberleutnant Hauke Meier Stab TaktLwG 73 „S“