JAWTEX 2014

Wie kann man JAWTEX einordnen?
Mehr als ein Jahr dauerten die Vorbereitung der multinationalen Übung Joint Air Warfare Tactical Exercise (JAWTEX2014). Sie wurde als DIE Schwerpunktübung der Bundeswehr in diesem Jahr deklariert und konnte sich in der Größenordnung mit FLAG-Exercises in den USA und Kanada messen. Die Luftwaffe beübte ihr gesamtes Aufgabenspektrum: Luftangriff und -verteidigung, Lufttransport, sowie Evakuierungsoperationen.

 

Ankunft der italienischen EUROFIGHTER

 

Wer nahm teil?


Elf Partnernationen nahmen gemeinsam teil, das hieß, fast 4200 Soldatinnen und Soldaten übten unter anderem die "streitkräftegemeinsame Feuerunterstützung" und die "Air Surface Integration", also das Zusammenwirken von Heer, Marine und Luftwaffe. Die Palette der teilnehmenden Flugzeuge reichte von finnischen F-18 über türkische F-16, ungarische JAS-39 GRIPEN, italienische AMX, niederländische C-130 HERKULES und französische AWACS bis hin zu deutschen PA-200 TORNADO, C-160 TRANSALL, CH-53, NH-90, UH TIGER und Großtankern A-310 MRTT. Auch unser Geschwader nahm an dieser Hochwertübung in der Zeit vom 12. bis 23. Mai 2014 teil und stellte, neben Schleswig und Wittmund, Jets für die Luftoperationen zur Verfügung. Darüber hinaus war unser Verband Gastgeber für sechs EUROFIGHTER aus Neuburg und weitere sechs EUROFIGHTER von der Italienischen Luftwaffe, sowie deren Unterstützungspersonal. Außerdem waren die Marine mit einer Fregatte, einem Versorger und mehreren Korvetten sowie Kleinschiffen und das Heer mit Fallschirmjägern und Artillerieeinheiten (Panzerhaubitze 2000) an der Übung beteiligt.


Wo wurde geübt?


Die Luftoperationen fanden im Schwerpunkt am Himmel über Mecklenburg-Vorpommern und über der Nordsee statt. Im Raum Helgoland wurden die gemeinsamen Operationen der Luft- und Seestreitkräfte geübt. Die Übungen im Verbund mit dem Heer hingegen wurden auf den Truppenübungsplätzen Munster/Bergen, Altengrabow/Altmark, und Klietz durchgeführt.


Was wurde geflogen?


Die Piloten des Geschwaders waren unter anderem mit der Aufgabe betraut, eine Fregatte anzugreifen oder auch zu verteidigen. In anderen Missionen galt es, den Luftraum für unsere Bodentruppen freizuhalten. Für die Flugvor- und -nachbereitung wurde eine komplexe IT-Struktur an allen beteiligten Standorten aufgebaut. So konnten die Daten der Flugprofilrekorder in Videokonferenzen vernetzt dargestellt und ausgewertet werden. JAWTEX wurde seinem Übungscharakter gerecht und das Zusammenspiel zwischen Fliegender und Technischer Gruppe aber auch mit dem Zentrum Elektronischer Kampf gelang.

 

erster Gaststart auf der Übung JAWTEX

 

Was war anders als sonst?


Auch wenn die Übung JAWTEX 2014 vom eigenen Platz aus geflogen wurde, entsprach sie auch für das Unterstützungspersonal keinem "Routinebetrieb". Die Aufnahme der EUROFIGHTER aus dem TaktLwG 74 mit dazugehörendem Personal, die Zusammenarbeit mit der italienischen Luftwaffe am Platz, die starken JAWTEX-Runden, die teilweise deutlich längeren Flugzeiten und zusätzliche Sorties für die ILA 2014 forderten eine erhöhte Schlagzahl. Unter Einsatz hoher Flexibilität und Inkaufnahme längerer Dienstzeiten wurde diese Herausforderung gemeistert. All dies führte dazu, dass alle JAWTEX-Sorties auch technisch-logistisch bedient werden konnten.


Hatte wirklich jeder etwas mit JAWTEX zu tun?


Ja, denn auch über die Grenzen des Geschwaders hinaus waren Soldaten und zivile Mitarbeiter am Erfolg der Übung beteiligt. Insbesondere sind hier die Truppenküche, das Sanitätszentrum Laage (SanZ Laage) und das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Rostock (BwDLZ Rostock) zu erwähnen.


Was haben wir daraus gelernt?


Das Geschwader ist zugegebenermaßen weit weg von einer Übungsroutine. Das bringt unser Auftrag als Ausbildungsverband mit sich. Es wurde aufgezeigt, dass in vielen Bereichen "Nachholbedarf" herrscht. Im Vorfeld der Übung musste die Durchführung von verbundenen Luftoperationen und die Luftbetankung durch alle an der Übung beteiligte Piloten sowohl im Simulator als auch in der Praxis verstärkt trainiert werden.

 

Auch die Mitarbeit bei der Erstellung der Übungsszenarien sowie der Befehle für die täglichen Luftoperationen war wieder ein Stück "Neuland".
Dies trifft genauso zu für die Anlaufschwierigkeiten in der Zusammenarbeit und Absprachen mit dem TaktLwG 74 und dem Kommando der italienischen Luftwaffe (zusammengesetzt aus drei Geschwadern und zusätzlichen Transporteinheiten).

 

Deren Aufnahme und Unterstützung durch unseren Verband als "Host Nation" (dt.: Gastgeberland) wurde hinsichtlich des Ausmaßes unterschätzt. So galt es mit der Spontanität und südländischen Gelassenheit umgehen zu lernen und flexibel zu reagieren. Dies galt gleichermaßen für Fragen des Supportes während des Dienstbetriebs als auch der Versorgung nach Dienst.

 

Dies alles ging weit über das im Vorfeld Besprochene und Abgestimmte hinaus. Hier wurde unsere Geduld zum Teil hart auf die Probe gestellt. Selbst unser spanischer Austauschoffizier fand hierfür nicht zitierfähige aber treffende Worte.

 

keine Sonne, Regen aber herzlich willkommen

 

Aber auch die einzelnen Bereiche der Technik unseres Geschwaders waren nicht perfekt auf das erhöhte Arbeitsaufkommen vorbereitet. In Laage leben heißt in der Lage leben, getreu dieses Spruches wurden die Herausforderungen gemeistert.


Auch wenn durch JAWTEX eine Lücke in unserem Kernauftrag - der fliegerischen Ausbildung junger Piloten - entstanden ist, war die Übung ein Erfolg, denn sie konnte uns vorhandene Lücken und Problemfelder aufzeigen, so dass wir aus diesen unsere Lehren ziehen können, um für zukünftige Übungen besser gerüstet zu sein.


Wie geht es weiter?


JAWTEX hat seine Bedeutung als streitkräftegemeinsame Übung auf einer multinationalen Plattform eindeutig gezeigt und wird alle zwei Jahre durchgeführt werden. Die ersten Planungen für JAWTEX 2016 laufen bereits. Getreu des Mottos: Nach der Übung ist vor der Übung.

 

OLt Christiane Finck
Stab TaktLwG 73 "S"

 

JAWTEX 2014


 

 

 

 


ITO Umzüge

 

EUROFIGHTER 

 

Heine

 

GFD



 


 


 

Bild

 

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