ILA 2014 - Backstage 

 

"Das wäre doch was für Sie" meinte mein damaliger Kommandeur, als es darum ging, einen neuen Projektoffizier (PO) für den auf jeder der zweijährlich stattfindenden Internationalen Luftfahrt-Ausstellung (ILA) mehr oder weniger im Verborgenen tätigen Wartungszug zu finden.
Irgendwie wollte ich schon immer bei der ILA auch mal hinter dem Zaun sein… Halb zog man ihn, halb sank er hin… Die Stimme der Vernunft war ganz leise und das Herz entschied: Ja, das wollte ich machen!
So traf ich auf Hauptmann Heiko Westenfelder von der Taktischen Luftwaffengruppe "Richthofen" (TaktLwG "R") aus Wittmund, der bisher den besagten Wartungszug in Personal und Material immer akribisch organisiert hatte und nun den Staffelstab übergeben und mich anlernen sollte.
Welcher organisatorische Aufwand in Zeiten knapper Ressourcen und der zeitgleich zur ILA stattfindenden Übung "JAWTEX" dahinter steckte, sollte ich erst nach und nach erfahren.

 

Servicing_ILA_2014


Anreise am Sonntag, ein großes „Hallo“, herzliche Umarmungen. Leute aus Neuburg, Laage, Nörvenich, Holzdorf, Rheine…man kannte sich…die Crosser-Familie traf sich mal wieder und ich stand etwas konsterniert als der beäugte „Neue“ daneben.
Am nächsten Tag auf dem Gelände des zukünftigen Flughafens "Willy Brandt" (BBI). Wenig erinnerte an die bald stattfindende ILA. Ein paar Container, kein Strom, kein Wasser, kein Material. Doch dann kamen die Trucks und es ging los! Jeder Tag war anders. Abladen, aufbauen, einrichten, organisieren, kommunizieren, zanken, schleppen, tanken. Dann die Besuchertage, Hitze, Menschenmassen, Fluglärm, Zwischenfälle. Später die Flieger vorbereiten und wieder nach Hause schicken, abbauen, verladen, aufräumen, Wasser weg, Strom weg, Gabelstapler weg, Kaffee alle. Eine unglaublich intensive Zeit, von 17 Tagen am Stück, kaum einer unter zwölf Stunden Dienst, aber am Ende waren alle traurig, dass es zu Ende ging.

 

Der Aufbau hat begonnen, Tag eins

Ich habe eine scheinbar zusammengewürfelte Truppe kennengelernt, deren Kern aus "Wittmundern" bestand, die einfach bei dieser ILA harmonierte und noch enger zusammengewachsen ist. Jeder ist an seine Grenzen gegangen. Erfahrung, gepaart mit Einsatzbereitschaft, waren Garanten des Erfolges. Alle haben das irgendwie gespürt und das dadurch erzeugte Zusammengehörigkeitsgefühl hatte ich so bisher höchstens auf Auslandskommandos erlebt. Das war er also, der Geist der ILA, von dem alle vorher gesprochen hatten. Nun hatte ich ihn auch getroffen. Aber nur durch ihn konnten wir die täglich auftretenden Highlights meistern. Der Reifenplatzer der "Noratlas" mitten im Flugprogramm, Entwirrung der sogenannten ILA-Knoten, der Vergaserwechsel an der Ju-52 usw. usf. und immer bestens versorgt durch unsere Innendienstkomponente um Oberstabsfeldwebel Siebelt de Buhr. Danke für Eure Fürsorge!
Am Ende fand auch ich die Worte des Gesamtleitenden Oberst Joachim Vergin vom Anfang der Messe bestätigt: "Ohne die Bundeswehr würde die ILA so nicht stattfinden."

 

Zusammen sind wir stark.


2016 geht es wieder los und ich hoffe sehr, dass alle, die wieder dabei sein wollen, dies auch können und dürfen, damit wir den Geist der ILA wiederbeleben können.
Übrigens war der Einsatz unserer "Crosser" (Hauptfeldwebel Rene Porath, Herr Andre Klagge, Stabsunteroffizier Tobias Hartmann) und meiner Wenigkeit nicht der einzige Beitrag des Geschwaders zur ILA 2014. Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich auch unsere Tankwagenfahrer Herrn Axel Lendner und Herrn Peter Horn, die mit ihrer norddeutschen Ruhe und Gelassenheit ihre brisante und tonnenschwere Fracht immer sicher durch die Massen gesteuert haben. Die "Pioniere" um Stabsfeldwebel Thomas Spitzer halfen unbürokratisch mit vier Paketen Startbahnschnellinstandsetzungsplatten und auch die EUROFIGHTER für die Flying Displays und die Escorte für die Kanzlerin am Eröffnungstag kamen, starteten und landeten in Laage.

 

Das traditionelle ILA Patch Version 2014

 

Danke an alle, die dazu beigetragen haben und bravo, gut gemacht!

 

Hptm André Flohr
Stab TGrp TaktLwG 73 "S"