Geburtsstandortwaffensystem wird saniert!

Dem scharf beobachtenden Geschwaderangehörigen dürfte das Fehlen eines historischen Luftfahrzeuges in unserem Basisbereich aufgefallen sein. Die hier am Standort durch die beiden ehemaligen NVA-Geschwader bis 1990 eingesetzte Su-22 wird nun schon seit längerem in einem alten Shelter vollsaniert.

 

Aussgangszustand vor Restaurierung und Sanierungsarbeiten

 

Die Jahre unter freiem Himmel vor dem Stab Technische Gruppe/Fliegende Gruppe ließen nicht nur die Außenfarbe blättern sondern auch einige mechanische Bauteile zeigten sich massiv verschlissen. Korrosion im Metall und Alterung von Kunststoffbauteilen wurden noch zahlreich offensichtlicher, nachdem die gesamten Deckfarben abgetragen waren.

 

 

Restaurierung im Team mit Winterpause

Ein kleines Team der Technischen Gruppe unter Führung von Leutnant Martin Hubert und Stabsfeldwebel Jörg Rösler zerlegte dieses museale Luftfahrzeug seit Beginn des Jahres 2016. Vor allem die Schleifarbeiten zum Farbabtrag erwiesen sich als personal- und zeitintensive Tätigkeit. Einige noch vorhandene Bauteile wie die Reifen und das Staurohr können ausgetauscht werden, Korrosionsstellen wurden saniert oder im ungünstigsten Fall bedeckt Spachtelmasse inzwischen Fehlstellen. Andere Bauteile, wie die beiden Bordkanonen und Lenkflugkörper (LFK) werden durch die Wartungs- und Waffenstaffel aufgearbeitet. Vor der anstehenden Kälteperiode mussten die Arbeiten nach der Grundierung des Luftfahrzeuges (Lfz) vorerst eingestellt werden.

 

Wintereindockung Su-22

 

Im neuen Jahr liegt der Schwerpunkt auf der optisch originalgetreuen Oberflächenversieglung. Eine Fotodukumentation des Altzustandes und früherer Schablonen für die Kennzeichnung des Lfz dienen hierzu als Vorlage. Im Abschluss versiegelt Klarlack aus dem Kfz-Bereich die Oberfläche und führt hoffentlich zu langjährigem Erstrahlen der Su-22. Meinen Dank an alle Aufarbeitungsmitstreiter und Unterstützenden.

 

Hintergründe zur Suchoi Su-22 "Fitter"

 

Bei diesem Jagdbomber handelt es sich um eine verbesserte Version der Su-17, die 1966 als Serienmodell in den Dienst der Luftstreitkräfte der Sowjetunion gestellt wurde und vor allem als Exportflugzeug vorgesehen wurde. Die Konzeption der Su-22 war ausgelegt auf den Flug mit hoher Geschwindigkeit in Bodennähe. Die Bewaffnung umfasst acht bis zehn Waffenträger für eine sehr breite Palette der verschiedensten Waffensysteme. Unter dem Rumpf können zwei oder vier Waffenträger, je nach gewünschter Waffenvariante, befestigt werden. Zwei Bordkanonen NR-30 mit je 80 Schuss, eingebaut in der linken bzw. rechten Tragflügelwurzel, zählen zur Standardausrüstung. Als eine der anpassungsfähigsten sowjetischen Konstruktionen der Gegenwart stehen davon über 1000 Exemplare im Dienst. Einsatzländer waren/sind unter anderem Ägypten, Afghanistan, Algerien, Angola, DDR, Irak, Iran, Jemen, Libyen, Peru, Polen, Syrien, die Tschechoslowakei und Vietnam.

 

Oberstlt Robert Seibt

Stab TGrp TaktLwG 73 "S"